Kunst an der Gesamtschule Essen Nord

Kunst als Hauptfach in der Sekundarstufe I

Kunst kann als 3-stündiges Hauptfach im Wahlpflichtbereich ab der Jahrgangsstufe 6 gewählt werden. Hier werden die Gattungen Grafik, Malerei, Design, Plastik und Architektur anschaulich, vielseitig und experimentell praktisch erfahren. Im Laufe der Zeit zeichnen sich häufig dort schon besondere Begabungen ab, die z.B. später auch bei einem möglichen Besuch der Oberstufe in die Wahl des Kunst-Leistungskurses eingebracht werden können.



In der Jahrgangsstufe 11 belegen alle Schüler und Schülerinnen dreistündig das Fach Kunst. Dabei liegt der Schwerpunkt zunächst darauf, dass alle, mit oder ohne Kunst-Erfahrung aus dem Wahlpflichtbereich sowie diejenigen, die neu zur Gesamtschule Nord in die Oberstufe kommen, einen gemeinsamen Kenntnisstand erreichen. Das bezieht sich nicht nur auf eine gemeinsame Fachsprache in Hinsicht auf Bildanalysen und Grundlagen kunstwissenschaftlichen Arbeitens, sondern auch im praktischen Bereich auf das Ausüben naturalistischer Malerei und Grafik und serieller Verfahren der Drucktechnik. Diese praktischen Techniken sind angebunden an die Themen Selbstdarstellung / Porträt, Raumdarstellung in der Malerei der Renaissance und Romantik bis zur Moderne und serielle Verfahren der Pop-Art.

Trotz der sehr unterschiedlichen praktischen Vorerfahrungen kommen die Schüler und Schülerinnen des 11. Jahrgangs durch die hier vermittelten Grundfertigkeiten und Grundkenntnisse zu immer wieder überraschend gelungenen Ergebnissen. Manch einer entdeckt erst hier seine künstlerische Begabung. Damit dieser Angleichungsprozess der Schüler mit den sehr ungleichen Erfahrungshintergründen möglichst frei von Leistungsdruck gelingen kann, wird im 1.Halbjahr nur eine statt zwei Klausuren geschrieben.

Eine Attraktion der Oberstufe der Gesamtschule Nord ist das stabile Angebot eines Kunst-Leistungskurses ab der Jahrgangsstufe 12, der in jedem Jahr sehr stark angewählt wird, auch Dank des künstlerischen Schwerpunktes im Wahlpflichtbereich der Sekundarstufe 1.

Im 1. Halbjahr steht das Verhältnis von Figur und Raum, d.h., die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit plastischen Werken im dreidimensionalen Raum, im Mittelpunkt des Interesses. Außer mit Ton und Gips wird hier auch, besonders im Leistungskurs, mit Materialien wie Draht, Stein oder Holz gearbeitet. Dabei richtet sich der Lern- und Gestaltungsprozess vom naturalistischen Abbilden immer stärker hin zur Abstraktion und Expression.

Im 2. Halbjahr wird dieser Aspekt nun für die Malerei und Grafik aufgegriffen innerhalb der Themenstellung: Mensch – Natur – Gesellschaft. Hier stehen vor allem die Kohlezeichnungen und Malerei der klassischen Moderne mit ihren Hauptgruppen des Expressionismus: „Blauer Reiter“ und „Die Brücke“ im Blickpunkt sowie deren Weiter-Entwicklungen in der modernen Kunst.

Ytong-Stein-, Gips- und Ton-Arbeiten :

Zunehmende Selbstständigkeit und die Fähigkeit zur Konzeptbildung in Verbindung mit experimentellen Techniken fließen im Zuge wachsender künstlerischer Erfahrungen in die Thematiken des 13. Jahrgangs ein, die sich mit Inszenierungen und Verfremdungen von Fotos und Alltagsgegenständen befassen. Hier geht es vorrangig darum, selbstständig individuelle künstlerische Konzepte zu entwickeln, die auf die Wahrnehmung und Verarbeitung der Gegenwarts-Wirklichkeit gerichtet sind.
Gesellschaftliche Hintergründe der Objektkunst und Fotografie, der Pop-Art und Aktueller Kunst werden vor dem eigenen Gegenwartshorizont reflektiert und dabei die eigene Gegenwartserfahrung hinterfragt. Alltagsgegenstände, Fotos sowie weitere verschiedene Materialien und Medien finden hier nun Eingang in das praktische künstlerische Arbeiten.

Schließlich mündet der künstlerische Prozess im 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 13 in experimentelle und konzeptuelle Verfahren bzgl. Bildkompositionen, z.B. in Collagen, Fotomontagen sowie im Erstellen virtueller Bilder mit Hilfe moderner Medien wie Computer und digitaler Film- und Foto-Kamera.

Der Grundkurs Kunst erstellt traditionell in diesem Halbjahr mit Hilfe des Computerprogramms Photoshop den Flyer und das Plakat für die jährliche Schul-Kunstausstellung.

Seit Einführung des Zentralabiturs haben die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt, dass auch die externen Korrektoren sowohl herausragende, als auch die insgesamt im Schnitt guten Leistungen bestätigen konnten.