Sprachförderung an der Gesamtschule Essen Nord im Mathematikunterricht

In den Lernstandserhebungen und den zentralen Abschlussprüfungen zeigt sich immer wieder, wie wichtig es für unsere Schülerinnen und Schüler ist, nicht nur die mathematischen Techniken zu beherrschen, sondern auch auf angemessener sprachlicher Ebene Mathematik betreiben zu können.


Sprache taucht im Mathematikunterricht in verschiedener Art und Weise auf:

Da gibt es zum einen das Fachvokabular. Schwierigkeiten entstehen hier natürlich durch Fremdwörter – ebenso gravierend sind aber die Begriffe, die auch im Alltag benutzt werden, jedoch im mathematischen Zusammenhang eine andere Bedeutung erhalten.

Verständnisschwierigkeiten beim Umgang mit Schulbuchtexten entstehen aber nicht nur durch ungewohnte Begriffe, sondern auch durch die exakten und komprimierten Formulierungen (Passivkonstruktionen, Nominalisierungen usw.).

Die gute alte Textaufgabe erfordert die Fähigkeit, alltagsprachliche Probleme oder sogar Probleme aus gänzlich anderen Fachbereichen in mathematische Operationen zu übersetzen.

Die Kernlehrpläne listen unter den prozessbezogenen Kompetenzen die Fähigkeit des „Argumentierens / Kommunizierens“ auf. Hierbei wird von den Schülern erwartet, dass sie z.B. „mathematische Einsichten und Lösungswege mit eigenen Worten und geeigneten Fachbegriffen“ erläutern.


An der Gesamtschule Nord haben wir für den Mathematikunterricht deshalb folgende Absprachen getroffen:

  1. Regelmäßige Wiederholung

    Eine Stunde in der Woche ist für Wiederholung reserviert. Dabei sollen nicht nur bereits behandelte mathematische Techniken wiederholt werden, sondern gleichzeitig werden auch Begriffe wieder aufgefrischt.

  2. Erarbeitung eines Aufgabenpools

    Die Gesamtschule Nord ist Mitglied des Schulnetzwerkes „MAUS“ (Mathematik und Sprache) im Rahmen des Projektes „Schulen im Team“, das von der Mercator-Stiftung finanziert und vom Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund wissenschaftlich betreut wird.

    Das Netzwerk hat sich als erstes Ziel gesetzt, einen Aufgabenpool zur Sprachförderung im Mathematikunterricht zu entwickeln. Außerdem soll für die Jahrgänge 5 und 6 ein Lexikon erarbeitet werden.

  3. Aufgabenstellung in Klassenarbeiten

    In jeder Klassenarbeit gibt es eine sprachbezogene Aufgabe. Das kann darin bestehen, dass Schüler selber einen mathematischen Sachverhalt erklären, ein Diagramm beschreiben, eine Vermutung äußern und begründen, vorgegebene Aussagen bewerten oder Textaufgaben bearbeiten.

  4. Bewertungsschema in Klassenarbeiten

    Cirka 5% der Punkte werden für die sprachliche Richtigkeit (insbesondere Rechtschreibung) vergeben. Bei den höheren Jahrgängen (ab Klasse 8) orientieren wir uns an den im Fach Deutsch abgesprochenen Fehlerquotienten.